WikiRemembrance - das Projekt

WikiRemembrance ist ein Projekt für alle, die als Mitarbeiter:innen und Freiwillige an Gedenkstätten, als Lehrkräfte an Schulen, oder anderswo Wissen über die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland vermitteln und andere zum Nachdenken anregen. Viele von diesen Aktiven fragen sich, ob und wie sie dabei Online-Plattformen wie Wikipedia verwenden, oder ob man nicht z.B. nur eigene Kanäle auf Instagram bespielen sollte. Wir glauben, dass das schwierige, aber wichtige Fragen für die Erinnerungsarbeit sind, und wollen versuchen, mit euch gemeinsam etwas darüber herauszufinden. 

Wenn man Google, Siri, Alexa oder ChatGPT eine Frage über den Holocaust stellt, kommt die Antwort meistens oder größtenteils aus der Wikipedia. (Auch wenn das oft nicht leicht zu erkennen ist.) Informationen auf Wikipedia und Wikidata verbreiten sich also sehr stark. Und diese Plattformen haben noch eine weitere Besonderheit: jedermann kann die  Informationen dort bearbeiten. Deshalb spielen Wikipedia und Wikidata zum Beispiel für Gedenkstätten eine immer größere Rolle: Historische Forschungsergebnisse können dort mit allen geteilt werden, sowie nach und nach ergänzt werden. Aber viele, die z.B. an Gedenkstätten zu solchen Themen arbeiten, sehen diese Plattformen trotzdem mit gemischten Gefühlen. Denn wenn dort jedermann alles bearbeiten kann, besteht auch die Gefahr, dass Informationen absichtlich verfälscht werden. Außerdem gibt es auch andere bekannte Plattformen, mit denen man stattdessen arbeiten kann, z.B. eigene Kanäle auf Instagram. Viele sind sich einig: Wir wollen (auch) online an die Geschichte erinnern, und dabei neue Möglichkeiten zumindest ausprobieren. Doch verschiedene Risiken und Herausforderungen gibt es dabei, und mit denen sollten wir uns beschäftigen.

Vorhaben im Projektverlauf

Das WikiRemembrance-Barcamp - digitale Interaktion in der Erinnerungskultur

Mit dem Barcamp WikiRemembrance wollen wir am 07. November 2023 einen Tag lang einen Raum schaffen für alle, die als Mitarbeiter*innen und Freiwillige an Gedenkstätten, als Lehrkräfte an Schulen, oder anderswo Wissen über die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland vermitteln und andere zum Nachdenken anregen - um mit all diesen Aktiven einmal ganz gezielt darüber zu sprechen, welche Rolle Online-Plattformen bei ihrer Arbeit spielen.

Lassen wir zum Beispiel Videos mit Zeitzeugen-Interviews nur in der Gedenkstätte laufen, weil diese missbraucht werden könnten, wenn wir sie online stellen? Speichern wir historische Informationen in Wikidata, oder lieber in einer eigenen Datenbank, die nicht ganz so oft aufgerufen wird, aber dafür von uns beschützt werden kann? Wenn wir als Gedenkort viel Arbeit in unser Instagram-Storys stecken - was genau erreichen wir damit, was nicht, und lohnt es sich dann überhaupt noch, parallel dazu Artikel in der Wikipedia zu ergänzen? - Solche - Eure! - Fragen wollen wir gemeinsam besprechen, in einem geschützten Raum, nur für diejenigen, die aktiv zur Erinnerung arbeiten, und sich solche Fragen schon mal gestellt haben. Das Barcamp hat nur wenige, kurze Vorträge. Statt Vorträge zu halten wollen wir im größten Teil der Zeit in kleinen Runden miteinander sprechen. Alle können und werden dabei zu Wort kommen.

Die Broschüre

Im Jahr 2024 wollen wir mit allen, die das Barcamp besucht haben (und weiteren Menschen) eine Broschüre zu den oben genannten Fragen schreiben. In der Broschüre soll es nicht nur um unsere Meinung über Wikipedia und Wikidata in der Erinnerungs-Arbeit gehen, sondern sie soll Hinweise und Tipps geben, mit denen sich z.B. in der Arbeit mit Schulklassen oder Besucher*innen von Gedenkstätten ganz konkret etwas anfangen lässt. 

Die Abschluss-Veranstaltung

Ganz zum Schluss des Projekts WikiRemembrance im September/Oktober 2024 wollen wir auf einer Veranstaltung die Broschüre vorstellen. Was haben wir herausgefunden, was sind die wichigsten Tipps und Hinweise zum Thema Online-Plattformen, die wir allen geben können, sich in der Erinnerungs-Arbeit engagieren?